Fachärztin für Orthopädie · orthopädische Chirurgie  ·  Sportorthopädie · Gerichtssachverständige 

Krankheiten, Krankheitsbilder

Ursachen, Symptome, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten 

Basisinformationen zu ausgewählten Krankheitsbildern und Befindlichkeits-störungen.

Der Fuß

Die Füße sind äußerst komplexe Gebilde. An jedem Fuß sind 26 Knochen über 33 Gelenke miteinander verbunden und werden von mehr als 100 Bändern zusammengehalten. 

Erwachsene leiden an Hühneraugen, Druckstellen, Hammerzehen, Fehlstellungen der Großzehe - dem Hallux valgus - oder der Großzehensteife - dem Hallux rigidus. 

Zunächst versuchen wir mit angepasstem Schuhwerk oder speziellen Einlagen die durch die Fußverformung verursachten Beschwerden zu lindern. 

Da Gelenkfehlstellungen langfristig unausweichlich zur Arthrose führen, empfehle ich gerade jüngeren Patienten häufig aber auch frühzeitig die operative Korrektur.

 Hallux valgus (Großzehenballen) 

Als Hallux valgus wird die Abweichung der Großzehe nach außen (in Richtung Kleinzehe) bezeichnet. 

Folge dieser Fehlstellung sind Reizungen, Schwellungen und Schmerzen am Großzehenballen. Durch die Fehlstellung entstehen frühzeitige Verschleißveränderungen am Grundgelenk. Es kommen unterschiedliche Operationstechniken, abhängig von der Ausprägung der Fehlstellung, zur Anwendung. Im Anschluss muss für 4-6- Wochen ein Spezialschuh getragen werden. 

Hallux rigidus (Großzehengrundgelenksteifigkeit)

Durch Abnutzung des Großzehengrundgelenkes kommt es zu zu zunehmenden belastungsabhängigen Schmerzen. Im weiteren Verlauf tritt eine Einschränkung der Beweglichkeit auf. Schließlich sind der Gelenkknorpel oder auch das ganze Gelenk zerstört und die Großzehe ist steif. Die Behandlung orientiert sich am individuellen Befund und schliesst unterschiedliche Operationsmethoden ein. Im Anschluss muss für 4-6- Wochen ein Spezialschuh getragen werden. 

Hammerzehen

Eine Verkrümmung einer oder mehrerer Zehen führt zu Druckstellen am Schuh scheuernden Mittelgelenk und am sich in die Innensohle des Schuhs bohrenden Zehenendglied. 

Bei der Operation werden die verkürzten Sehnen und die Gelenkkapsel durchtrennt, verlagert oder verlängert. Ggf. muss ein Teil des Mittelgelenks entfernt werden. In manchen Fällen muss die Zehe auch vorübergehend mit einem Draht stabilisiert werden. 

Üblicherweise kann sofort voll belastet werden. Je nach Befund und durchgeführtem Eingriff kann eventuell ein spezieller Schuh für 1-3 Wochen sinnvoll sein. 

Fersenschmerz (Achillodynie)

Häufige Fersenschmerzursache ist ein zu Entzündungserscheinungen führender Knochenvorsprung am Unterrand des Fersenbeins, der sogenannte "Fersensporn". Andere Schmerzursachen, z.B. Nerveneinklemmungen, kommen gelegentlich auch vor und müssen ausgeschlossen werden, bevor ein im Röntgenbild sichtbarer Fersensporn für den Fersenschmerz verantwortlich gemacht werden kann.  

Die Behandlung erfolgt zunächst mit entzündungshemmenden Medikamenten (Tabletten oder örtliche Spritzen) sowie mit speziellen Einlagen.  

Es konnten auch gute Behandlungserfolge mittels spineliner erzielt werden.  

Schlagen alle konservativen Therapieversuche fehl, kann der Fersensporn auch operativ entfernt werden. 

Der Ellenbogen

Verschleißerscheinungen und Überlastungsschäden gehören zu den häufigsten orthopädischen Diagnosen am Ellenbogen.

Im Gegensatz zum Verschleiß der großen Körpergelenke wie Hüfte und Knie, können degenerative Prozesse am Ellenbogengelenk lange Zeit konservativ behandelt werden. Kommt es jedoch zu Funktionsbeeinträchtigungen und Schmerzen, führt häufig ein operativer Eingriff mit Entfernung der Gelenkschleimhaut und eventueller freier Gelenkkörper zur Linderung.

Typisch ist der sogenannte Tennis- oder Golferellenbogen.

Zunächst kommt die konservative Therapie (konsequente Lokalbehandlung mit Infiltrationen, Physiotherapie und Entlastung, Bandagen, spineliner) zum Einsatz.

Bei weiter fehlender Besserung kommt die operative Behandlung in Betracht: Dabei wird der entzündlich überbeanspruchte Sehnenspiegel durch Einkerbung entlastet. Dieser Eingriff wird ambulant durchgeführt. Nach 2-wöchiger Ruhigstellung in einer Oberarmschiene kann die gewohnte Aktivität schrittweise wieder aufgenommen werden.

Die Hand

stellt ein äußerst komplexes Greiforgan dar, und kann von schmerzhaften Funktionsstörungen beeinträchtigt werden. Ebenso sind alle Arten von Verletzungen möglich. 

Das Karpaltunnelsyndrom (CTS)

Das CTS kommt häufig im mittleren bis höheren Lebensalter vor, Frauen sind bevorzugt betroffen. Bis zu fünf Prozent der Bevölkerung leidet darunter. Die meisten erkranken im Alter von 40 bis 70.  Ein CTS entsteht, weil der Medianusnerv im Bereich des Handgelenks nicht mehr genügend Platz hat. Begünstigend bei der Entstehung dieser Erkrankung ist manuelle Arbeit, bei der es zu Extrembewegungen im Handgelenk kommt. Häufig tritt das Karpaltunnelsyndrom auch bei verschiedenen Stoffwechselstörungen auf. Das Karpaltunnelsyndrom ist eines der häufigsten Schmerzsyndrome des Arms. Es äußert sich durch Kribbeln und Schmerzen im Bereich des Handgelenks und den ersten drei Fingern der Hand. Die Beschwerden können bis in den Schulter-Nacken-Bereich ausstrahlen. Am Anfang bestehen die Beschwerden oft nachts. Betroffene Patienten stellen beim Aufwachen fest, dass die ersten drei Finger kribbeln, schmerzen oder "eingeschlafen" sind. Häufig lassen sich die Beschwerden durch Schütteln oder Reiben lindern. Nicht selten kommt es auch zu einem Schwund der Muskulatur des Daumenballens, der sog. "Daumenballen-Atrophie", da dieser Bereich von dem geschädigten Medianusnerv versorgt wird. Wenn die Schädigung über einen längeren Zeitraum besteht, kann sie auch durch eine Behandlung nicht mehr vollständig zurück gebildet werden.
Durch Erhebung einer genauen Krankengeschichte (Anamnese) und einer exakten neurologischen Untersuchung kann die Diagnose gestellt werden. Wichtig ist es,  ähnliche Symptome, wie z. B. solche, die durch Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule ausgehen können, abzugrenzen. Zur Diagnosesicherung wird eine Elektromyographische/Neurographische Untersuchung (EMG/NLG) durchgeführt. Dabei wird die Leitgeschwindigkeit des Nervus Medianus gemessen und entsprechend beurteilt. Eine deutliche Verlängerung derselben ist der Beweis für das Vorliegen eines Karpaltunnelsyndroms. Im Frühstadium der Erkrankung ist ein konservativer Behandlungsversuch sinnvoll. Wenn bei einem nachgewiesenen Karpaltunnelsyndrom mit bei deutlichen Gefühls- und Bewegungsstörungen konservative Therapieversuche ohne Erfolg bleiben oder wenn die Beschwerden weiter zunehmen, sollte man über eine Operation nachdenken. Die Druckbelastung des Nervens im Karpaltunnel kann deutlich vermindert und bleibende Nervenschäden verhindert werden.

Schnellender Finger (Tendovaginitis stenosans)

Als Schnellender Finger (Tendovaginitis stenosans) wird eine Sehnengleitstörung der Hand bezeichnet. Es kommt es zu einer Bewegungseinschränkung der Beugesehne. Die Sehne muss bei jeder Bewegung des Fingers diese Verengung passieren. Sie läuft nicht mehr glatt in ihrem Gleitlager und überwindet die Verengung nur erschwert mit einem hörbaren Schnellen. Die schnellende Bewegung beim Strecken der Finger gab der Erkrankung ihren Namen. Es können im Verlauf der Erkrankung mehrere Finger betroffen werden. Es sind überwiegend Frauen mittleren Alters betroffen. 
Typisch für die Erkrankung sind die eingeschränkte Streckfähigkeit und eine deutlich zu tastende Verdickung der Sehne. In einigen Fällen besteht bei diesem Krankheitsbild allerdings kein ‹klassisches› Schnappen: 
Hier leiden die Betroffenen an ausgeprägten Schmerzen beim Faustschluss oder auch beim Strecken der Finger. Auch dieses Symptom ist besonders morgens sehr ausgeprägt. Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, die Faust vollständig zu schließen oder die Finger ganz zu strecken. Die ganze Hand fühlt sich, besonders morgens, steif an.
Durch eine Ringbandspaltung wird die Gleitfähigkeit der Sehne wieder hergestellt. Der Eingriff kann in lokaler Leitungsanästhesie erfolgen, bei der die Hand- und Finger versorgenden Nerven betäubt werden.

Tendovaginitis de Quervain

Bei der Tendovaginitis de Quervain handelt es sich um eine schmerzhafte Entzündung der Sehnen und ihres Gleitgewebes im 1. Strecksehnenfach. Das verdickte Sehnenscheidengewebe und das ggf. auch verdickte Sehnengewebe führen zur Einengung des Sehnenfaches und zum schmerzhaften Gleiten bis hin zu deutlich fühlbarem und hörbarem Krachen / Knarren (Crepitatio). Folge der Entzündung können auch Verklebungen zwischen Sehnen und Sehnenscheiden sein.

Die Erkrankung tritt auf im Alter zwischen 30 und 50 Jahren, bei Frauen und Männern im Verhältnis von 8 : 1.
Menschen, die bei ihrer Arbeit wiederholt Seitbewegungen des Handgelenkes unter gleichzeitiger Stabilisierung ausüben ( Hammerschlagen, Skistockeinsatz ... ), können prädisponiert sein für eine Tendovaginitis de Quervain. Erste Beschwerden treten über dem 1. Strecksehnenfach auf, je nach Schwere der Entzündung vorübergehend, wiederkehrend oder auch über Nacht. Eine Ausstrahlung der Schmerzen in den Daumen und die Hand ist möglich. Bewegungs- und belastungsabhängig können die Schmerzen zunehmen, v. a. beim festen Handgriff, Spitzgriff und Drehbewegungen. Über dem 1. Strecksehnenfach findet sich eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Schwellung, es lassen sich ein deutlicher Druck- und Klopfschmerz auslösen.
Als konservative Maßnahmen können Ruhigstellung, lokale Kälteanwendung, Einnahme von abschwellenden und entzündungshemmenden Medikamenten zum Einsatz kommen.Wenn die konservative Therapie nicht zum Erfolg führt, die Beschwerden des Patienten zu stark sind oder klinisch eine schwere Tendovaginitis de Quervain besteht, sollte operiert werden. 

Dupuytren`sche Kontraktur

Hierunter versteht man eine Bindegewebswucherung der Handfläche und der Finger. Das Bindegewebe  wird strangförmig immer dicker, bildet Knoten und verkürzt sich. Hierdurch werden langsam aber sicher die Finger immer mehr gekrümmt. Diese Erkrankung tritt bei Männern etwa 8mal so häufig auf wie bei Frauen.
Im typischen Fall sieht und tastet man Knoten und Stränge in der Hohlhand, die oft auch in die Finger hinreichen und diese einkrümmen. Im fortgeschrittenen Stadium können die Hauteinziehungen schmerzhaft sein, und die Beweglichkeit der betroffenen Finger vollkommen aufgehoben sein.
Eine Operation ist in der Regel dann erforderlich, wenn einer oder mehrere Finger nicht mehr voll gestreckt werden können. Bei Schmerzen oder sehr starken Hauteinziehungen ebenso bei störenden ausgedehnten knotigen Veränderungen kann eine Operation auch ohne Streckverlust der Finger sinnvoll sein. 
Das krankhaft veränderte Fasciengewebe der Hohlhand und der betroffenen Finger wird möglichst vollständig entfernt, was in Leitungsanästhesie (Nervenblockade) oder in Allgemeinnarkose durchgeführt werden kann.
Kollagenase Injektionen stellen eine neue Therapieoption dar. Dabei spritzt man  ein gewebeauflösendes Enzym in den Strang, um die Bindegewebsfasern aufzulösen. Am nächsten Tag wird  noch eine Folgedehnung vorgenommen. 

Rhizarthrose (Daumensattelgelenksarthrose)

Die Rhizarthrose ist die häufigste Arthrose an der Hand. Frauen sind häufiger betroffen als Männer,  oft besteht eine erbliche Vorbelastung.  Anfangs treten Schmerzen bei stärkerer Belastung des Gelenks auf(beim Greifen). Mit der Zeit kommt es zu Muskelschwund und zu einem Kraftverlust der Hand. Schließlich kann eine zunehmende Einsteifung infolge einer Gelenkzerstörung(Knorpelverlust) entstehen. Alltagsbewegungen wie einen Schlüssel umdrehen, eine Tür öffnen, eine Flasche aufmachen bereiten Schmerzen. Der Daumen wird kraftlos, kälteempfindlich, schwillt an, spannt. Als Therapie stehen zuerst ein Reihe nicht operativer Maßnahmen zur Auswahl: Infiltrationen, entzündungshemmende Medikamente, Ruhigstellung mit Schienen aus verschieden Materialen, Ergotherapie und physikalische Therapie (Iontophorese, Ultraschall, Zellenbäder, Paraffin). Sollten diese konservativen Therapien zu keiner Besserung führen und der Leidensdruck dementsprechend groß sein, kann an ein operatives Vorgehen gedacht werden. Je nach Stadium der Erkrankung und Anforderungen des Patienten kommen verschiedene Verfahren zur Anwendung. Nach der Operation ist meist eine Ruhigstellung des Gelenks durch einen Gips und anschließend durch eine Schiene nötig. Danach erfolgen Bewegungs- und Kräftigungsübungen durch die Ergotherapie.

Das Hüftgelenk

Das Hüftgelenk gehört neben dem Kniegelenk zu den am häufigsten von übermäßigem Verschleiß des Gelenkknorpels betroffenen Gelenken des menschlichen Körpers. Man spricht von der sogenannten Coxarthrose. 

Im Rahmen der Arthrose des Hüftgelenkes kommt es mit der Zeit zum völligen Verschwinden des puffernden Gelenkknorpels und hierdurch bedingt zu massiven knöchernen Veränderungen am Hüftkopf und an der Hüftpfanne. 

Dies führt häufig zu ausgeprägt schmerzhaften Bewegungseinschränkung des Hüftgelenkes mit - als Folge - einer erheblicher Minderung der Lebensqualität. Schließlich kommt es durch die Schonung des betroffenen Hüftgelenkes zu einer zu starken Belastung benachbarter Gelenke und der Wirbelsäule. Verfrühter Verschleiß auch dort ist die Folge. 

Familiäre Veranlagung ist einer der häufigste Gründe. Beispielsweise können Fehlstellung des Oberschenkelkopfes oder unzureichender Überdachung des Kopfes durch die Hüftpfanne (Hüftdysplasie) im Laufe des Lebens zu einer schmerzhaften Abnutzung des Gelenkknorpels führen.
Auch chronisch entzündliche Erkrankungen wie z.B. Rheuma zerstören allmählich und über Jahre den Gelenkknorpel. 

Schließlich können unfallbedingte Schäden an Knorpel, Gelenkflächen oder Schenkelhals die sogenannte posttraumatische Arthrose nach sich ziehen. 

Das Kniegelenk

Als das größte Gelenk des menschlichen Körpers ist das Kniegelenk besonders hohen Belastungen ausgesetzt. 

Es ist nicht nur sehr verletzungsanfällig (Kreuzband- und Meniskusriss), sondern neigt auch häufig zu einer verfrühten Abnutzung des Gelenkknorpels, der Arthose. 

Ausgeprägte O- oder X-Beine führen beispielsweise zu ungleichmäßiger Belastung und können so zu einer vorzeitigen Abnutzung des Gelenkknorpels führen. 

Hohes Übergewicht stellt ebenfalls einen nicht zu unterschätzenden arthrosefördernden Faktor dar. Fortgeschrittene Kniegelenkarthrose mit ausgeprägten Beschwerden stellt eine Indikation zum Gelenkersatz dar. 

Die Menisken

Jedes Kniegelenk besitzt gewöhnlich einen inneren und einen äußeren Meniskus. Hierbei handelt es sich um 2 halbmondförmige, leicht bewegliche Knorpelscheiben. Diese haben die Aufgabe den Druck zwischen Ober- und Unterschenkel zu puffern und zum anderen die Gelenkflächen des Knies aneinander anzupassen. 

Bei Kniegelenkverstauchungen kann es zu Einrissen der Menisken kommen, wodurch diese Ihre Position im engen Gelenkspalt so ändern können, dass eine sehr schmerzhafte Bewegungsblockade entsteht. 

Aber auch ohne einen akuten Verletzungsmechanismus kann der Meniskus im Laufe des Lebens ausdünnen und ausfransen. Er kann ohne größere Gewalteinwirkung einreißen und immer wiederkehrende Schmerzen sowie Kniegelenksergüsse verursachen. 

Bei den meisten Meniskusverletzungen ist die arthroskopische Operation möglich. Hierbei wird der eingerissene Teil, der im Gelenk die Beschwerden verursacht, mit einem feinen Instrument aus dem Gelenk entfernt. Anschließend ist die Beschwerdesymptomatik sofort spürbar beseitigt. 

Handelt es sich um einen frischen Meniskuseinriss, so ist es in bestimmten Fällen auch möglich, den eingerissenen Anteil wieder anzunähen. Dies ist jedoch nur bei wirklich frischen Einrissen im besser durchbluteten Außenmeniskus sinnvoll. 

Das Schultergelenk

Die Schulter ist das beweglichste der großen Gelenke, neigt dafür aber zu Instabilität. 

Stabilisiert wird das Schultergelenk im Wesentlichen durch die umgebenden Weichteile: Allen voran die sogenannte Rotatorenmanschette - 4 Muskeln, die das Dach des Schultergelenkes bilden - daneben weitere Muskeln, Bänder und die Gelenkkapsel. 

Aufgrund dieser besonderen Situation entstehen die meisten Schulterprobleme nicht wie bei bei Knie- oder Hüfte im Bereich des Gelenkknorpels, sondern im Bereich der Muskeln und Sehnen. 

Typische Schultererkrankungen sind in dieser Hinsicht das Engpass- oder Impingement-Syndrom. Weiterhin die Kalkschulter oder Probleme nach Schulterverrenkung. 

Engpass-Syndrom (Impingement-Syndrom)

Bei dieser auch „Schulterenge-Syndrom“ genannten Erkrankung kommt es zu einer Einengung des Raumes unter dem Schulterdach: Die dort verlaufende Sehne wird dadurch gequetscht.

Ursachen dafür können chronische Überlastung - typischerweise bei Handwerkern oder Überkopfsportlern - weiterhin anatomisch bedingte verstärkte Krümmung des Schulterdachknochens oder durch Verschleiß entstandene Knochenwulstbildungen im Schulterdachbereich sein.

Die Behandlung besteht in der Wiederherstellung eines ausreichenden "Platzangebotes" unter dem Schulterdach - je nach Ursache z.B. durch das Abfräsen einengenden Knochens oder Entfernung eines chronisch entzündeten Schleimbeutels. Dies ist normalerweise arthroskopisch - d.h. ohne große Schnitte bzw. Narben - möglich.

Ein lange bestehendes Engpasssyndrom kann auch zum Reißen von Sehnenanteilen führen. Neben langdauernden Schmerzen führt dies zu zunehmendem Funktionsverlust des Armes.

Hier erweitern wir einerseits den Raum unter dem Schulterdach und reparieren andererseits die angerissene Sehne. Auch dies geschieht meist arthroskopisch, kann aber je nach Größe des Risses auch einen kleinen Schnitt erfordern.

Kalkschulter (Tendinosis calcarea)

Bei der Kalkschulter kommt es zur Ablagerung von Kalkdepots in der Rotatorenmanschette.

Ursache für die Kalkablagerungen können lokale Durchblutungsstörungen oder kleine Sehnenschäden sein. Betroffen sind meist Erwachsene im mittleren Lebensalter.

An Beschwerden bestehen chronische Schmerzen, auch bei Nacht, sowie Schmerzen bei Belastung.

In sehr hartnäckigen Fällen können die Kalkherde arthroskopisch entfernt und den betroffenen Patienten damit zur dauerhaften Beschwerdefreiheit verholfen werden.

Die Wirbelsäule

Spinalkanalstenose 

Bei der Spinalkanalstenose (Wirbelkanalenge) handelt es sich um eine degenerative (verschleißbedingte) Erkrankung der Wirbelsäule mit Verengung des Wirbelsäulenkanals und einer hierdurch verursachten Bedrängung des darin liegenden Rückenmarkes bzw. der darin verlaufenden Nervenwurzeln. Man unterscheidet eine cervikale, die Halswirbelsäule betreffende, eine thorakale, die Brustwirbelsäule betreffende und eine lumbale, die Lendenwirbelsäule betreffende Wirbelkanalenge.

Spondylarthrose 

Das Facettensyndrom gehört zu den degenerativen (verschleißbedingten) Erkrankungen der Wirbelsäule und beschreibt ein Komplex verschiedener Krankheitszeichen (Syndrom) bei fortgeschrittener Abnutzung der kleinen Wirbelgelenke (Spondylarthrose).

degenerative Spondylolisthesis (Pseudospondylolisthesis = Wirbelkörpergleiten)

Eine Spondylolisthese bezeichnet ein Wirbelkörpergleiten. Fast immer ist die Lendenwirbelsäule betroffen. Es sind angeborene und erworbene Formen der Spondylolisthese bekannt. Bei der kindlichen/jugendlichen Form kommt es durch eine Unterbrechung des Wirbelkörperbogens (Spondylolyse) zu einer Instabilität der Wirbelkörper untereinander. Die erwachsene Form der Spondylolisthese ist Teil der degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen. Betroffen ist vor allem der Wirbelkörperabschnitt Lendenwirbelkörper L4 zu Lendenwirbelkörper L5. 

 
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